Warum die Anrede eines Militärangehörigen bestimmten Regeln folgt
Wie spricht man als Zivilperson einen Militärangehörigen an? Diese Frage stellen sich viele Menschen, ohne sich zu trauen, dies zuzugeben – aus Angst, einen Fehler zu machen, die Gepflogenheiten nicht zu kennen oder unbeabsichtigt jemanden zu beleidigen. Dabei sind die Regeln ganz einfach, sobald man sie kennt, und Militärangehörige schätzen es aufrichtig, wenn eine Zivilperson sich bemüht, sie zu befolgen.
In der französischen Armee ist der Dienstgrad weit mehr als nur ein Titel: Er ist die berufliche Identität des Militärangehörigen und das Ergebnis seines Werdegangs, seiner Anstrengungen und seiner Verantwortung. Einen Militärangehörigen mit seinem Dienstgrad anzusprechen, ist daher vor allem ein Zeichen des Respekts für das, wofür er steht. Dieser Leitfaden erklärt Ihnen alles – vom Général bis zum einfachen Soldaten, mündlich wie schriftlich.

Das Rätsel um „mon“: Woher kommt es und wann wird es verwendet?
Sie haben sicher schon „mon général“, „mon colonel“ oder „mon capitaine“ gehört. Dieses „mon“ vor dem Dienstgrad wird oft missverstanden: Es handelt sich nicht um ein Possessivadjektiv, das andeutet, dass der Militärangehörige Ihnen gehört! Es ist tatsächlich die Abkürzung von „Monsieur“, wie die Académie française bestätigt hat.
Dienstgrade mit vorangestelltem „mon“
„Mon“ wird bei Offizieren und Adjudants verwendet, aber nur, wenn es sich um einen Mann handelt. Folgende Dienstgrade sind betroffen:
- Mon Général (Général de brigade, de division, de corps d’armée, d’armée)
- Mon Colonel (Colonel und Lieutenant-colonel werden beide mit „mon colonel“ angesprochen)
- Mein Major
- Mein Hauptmann
- Mon Lieutenant (Sous-lieutenant und Lieutenant)
- Mon Adjudant (Adjudant und Adjudant-chef)
Dienstgrade ohne „mon“
Ab dem Dienstgrad Sergent verschwindet „mon“. Man spricht die betreffende Person einfach mit ihrem Dienstgrad an, mit oder ohne Namen:
- Sergent / Sergent-chef → „Sergent“ oder „Chef“ (ein Sergent-chef wird üblicherweise „Chef“ genannt)
- Caporal / Caporal-chef → „Caporal“ gefolgt vom Nachnamen
- Soldat / Matelot → „Monsieur“ gefolgt vom Nachnamen oder einfach der Nachname
Sonderfall: Soldatinnen
Da „mon“ die Abkürzung von „Monsieur“ ist, gilt es nicht für Soldatinnen. Sie werden direkt mit ihrem Dienstgrad angesprochen, ohne „mon“. Man sagt also „Général“ und nicht „Mon Général“, „Colonel“ und nicht „Mon Colonel“. Diese Regel gilt sowohl für Zivilpersonen als auch für Militärangehörige.

Zusammenfassung: Wie spricht man Angehörige der einzelnen Dienstgrade an?
Hier ist die vollständige Übersicht der je nach Dienstgrad zu verwendenden Anredeformen, unabhängig davon, ob Sie als Zivilistin oder Zivilist sprechen, mündlich oder schriftlich.
| Dienstgrad | Mündlich (Zivilist) | Mündlich (Zivilistin) | Schriftlich (am Anfang des Briefes) |
|---|---|---|---|
| General der Armee / der Division | Mein General | General | Mein General, |
| Oberst / Oberstleutnant | Mein Oberst | Oberst | Mein Oberst, |
| Major | Mein Major | Major | Mein Major, |
| Hauptmann | Mein Hauptmann | Hauptmann | Herr Hauptmann, |
| Leutnant / Unterleutnant | Mein Leutnant | Leutnant | Herr Leutnant, |
| Wachtmeister / Oberwachtmeister | Mein Wachtmeister | Wachtmeister | Herr Wachtmeister, |
| Feldwebel / Stabsfeldwebel | Feldwebel | Feldwebel | Herr Feldwebel, |
| Korporal / Soldat | Korporal (+ Name) | Korporal (+ Name) | Herr, (+ Name) |
Quellen: Académie française — Verteidigungsministerium — Leitfaden zum militärischen Verhalten.
Wie spricht man einen Militärangehörigen schriftlich an: Brief und E-Mail
Einen Militärangehörigen als Zivilperson schriftlich anzusprechen, folgt genauen Regeln, insbesondere bei einem offiziellen Schreiben oder einem formellen Antrag. Hier ist die einzuhaltende Struktur.
Die Anrede am Anfang des Briefes
Der Brief beginnt immer mit der Anrede, die dem Dienstgrad entspricht. Beispiele:
- Für einen General: „Herr General,“ (Mann) oder „Frau General,“ (Frau)
- Für einen Oberst: „Herr Oberst,“
- Für einen Hauptmann: „Herr Hauptmann,“
- Für einen Unteroffizier: „Herr Feldwebel,“
Grußformeln am Ende eines Briefes
Die abschließende Grußformel muss genau der Anrede entsprechen. Hier sind die klassischen Formeln:
- General: „Genehmigen Sie, Herr General, den Ausdruck meiner höchsten Hochachtung.“
- Oberst: „Genehmigen Sie, Herr Oberst, den Ausdruck meiner vorzüglichen Hochachtung.“
- Hauptmann/Leutnant: „Ich bitte Sie, Herr Hauptmann, die Versicherung meiner ergebenen Hochachtung entgegenzunehmen.“
- Unteroffizier: „Genehmigen Sie, Herr Feldwebel, den Ausdruck meiner vorzüglichen Hochachtung.“

Die 6 Fehler, die Sie unbedingt vermeiden sollten
Selbst mit den besten Absichten kann man einem Militärangehörigen gegenüber leicht einen Fauxpas begehen. Hier sind die häufigsten Fehler und wie man sie vermeidet:
- Einfach „Herr“ oder „Frau“ zu sagen, ohne den Dienstgrad zu nennen, ist die wichtigste Grundregel, die man nie vergessen sollte
- Einen Militärangehörigen mit seinem Vornamen anzusprechen, außer wenn das Verhältnis eindeutig ungezwungen ist und der Militärangehörige es selbst vorgeschlagen hat
- Den Dienstgrad zu erraten, wenn Sie ihn nicht kennen; fragen Sie höflich: „Darf ich bitte Ihren Dienstgrad erfahren?“
- Den Dienstgrad abzukürzen – „Leut“ für Leutnant oder „Colon“ für Oberst zu sagen – ist der internen Kameradschaft vorbehalten
- „Mein“ bei einer Soldatin zu verwenden, ist der häufigste Fehler wohlmeinender Zivilpersonen
- Bei einer ersten Begegnung Witze über das Militär oder die Disziplin zu machen, sollte man vermeiden, selbst wenn die Person entspannt wirkt
FAQ: Die am häufigsten gestellten Fragen
Muss eine Zivilperson den Dienstgrad verwenden, um einen Militärangehörigen anzusprechen?
Nein, Zivilpersonen sind nicht gesetzlich verpflichtet, bei der Anrede den Dienstgrad zu verwenden. Nach den offiziellen Gepflogenheiten können Zivilpersonen einen Offizier mit seinem Dienstgrad ansprechen, ohne „mein“ davonzusetzen. Einfach „Guten Tag, Hauptmann“ zu sagen, ist für eine Zivilperson völlig korrekt. Dennoch wird dies als besonders respektvolle Geste sehr geschätzt.
Wie spricht man einen Militärangehörigen der Marine an?
Die Marine ist ein Sonderfall: In ihren internen Anreden verwendet sie nicht „mein“. Für Zivilpersonen ist es üblich, Marineoffiziere mit „Herr“ und anschließendem Nachnamen anzusprechen, außer bei Admiralen und Kommandanten, bei denen nur der Dienstgrad verwendet wird.
Wie spricht man einen Militärangehörigen im Ruhestand an?
Ein ehrenhalber verabschiedeter Militärangehöriger (im Ruhestand) behält seinen Dienstgrad lebenslang. Daher ist es völlig korrekt und gern gesehen, ihn weiterhin mit seinem Dienstgrad anzusprechen: „Mein Oberst“, „Mein General“ … Dies ist in Kreisen, in denen ehemalige Soldaten regelmäßig mit Zivilpersonen zusammentreffen, weit verbreitet.

Fazit
Wie spricht man als Zivilperson einen Militärangehörigen an? Kurz gesagt: Verwenden Sie immer den Dienstgrad. Bei männlichen Offizieren und Stabsunteroffizieren setzen Sie „mein“ davor, bei Frauen und Unteroffizieren ab dem Dienstgrad Sergeant lassen Sie „mein“ weg. Achten Sie schriftlich auf die Anrede und die Grußformel am Ende. Und vor allem: Scheuen Sie sich nicht, höflich nach dem Dienstgrad zu fragen, wenn Sie ihn nicht kennen – das ist unendlich besser, als sich zu irren.
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